Hintergrundbild Dorf 15

Alexandra Brunner

Seit 2009 leben mein Sohn und ich auf dem Hof Dorf 15. Aufgewachsen im Emmental durfte ich meine Ferien in der Kindheit immer auf einem Bauernbetrieb verbringen. Die Nähe zur Natur und den Tieren, der Einfluss der Jahreszeiten auf die bäuerlichen Arbeiten haben mich bereits in dieser Zeit tief beeindruckt und geprägt. Auf meinen weiteren Lebensstationen suchte ich in meiner Freizeit daher immer die Nähe zur Natur.

Die Arbeit mit den Tieren und dem Landbau; die jahreszeitbedingten Arbeiten und die Infrastruktur bieten mir die Möglichkeit eine innere Kraft für mich zu schöpfen, Kreativität auszuleben, den Kopf «frei» zu machen und neue Fähigkeiten zu entdecken. Ebenso Hürden zu überwinden indem ich Arbeiten kennenlerne/ausprobiere die mir nicht zu liegen schienen oder ich mir nicht zutraute.  Erfolgserlebnisse, an Grenzen stossen und sich damit auseinandersetzten zu müssen sind Erfahrungen an die ich in allen Lebenslagen geraten kann.

Ich habe eine Ausbildung im Kaufmännischen Bereich absolviert. Mein Abschluss fiel mit der Wirtschaftskrise der 90er Jahre zusammen. Ich erlebte dann die Arbeitslosigkeit als junge Erwachsene. Ohne Berufserfahrung sammeln zu können musste eine berufliche Umorientierung stattfinden. Eine äusserst schwierige Situation, da ich erkannte, dass die Definition über die Arbeit sowie auch soziale Teilhabe in finanzieller Hinsicht ein essentielles Bedürfnis für mich war. Dank dieser Erkenntnis gelang es mir mich beruflich wie persönlich von neuem zu Orientieren. Nach langjähriger Arbeit im Behindertenbereich mit schulpflichtigen Kindern absolvierte ich ein Studium an der Fachhochschule für Sozialarbeit in Bern. Bei der Wahl meiner Arbeitsstellen; Überlebenshilfe + Wohnbegleitung im Suchtbereich; Opferberatung Frauenhaus Thun-Berner Oberland und Sozialberatung im Spital; war mir die Niederschwelligkeit der Angebote immer ein wichtiges Argument für die Stellensuche. Mir ist es ein Anliegen mit den Klientinnen möglichst nahe an ihrer Lebenswelt zu arbeiten, da ich überzeugt bin so individuell den grössten Nutzen für die Klientschaft herbeiführen zu können.

Meine beruflichen und persönlichen Erfahrungen zeigten, dass das Fehlen einer Tagesstruktur sich erheblich auf das Befinden der Betroffenen auswirkt. Dies löst meist eine Auseinandersetzung mit der eigenen Identität aus und diese wird hinterfragt. Gelingt es, diese äussere einhergehend mit einer inneren Veränderung als eine positive Kraft zu sehen, in dem man die Möglichkeit erhält Ungewohntes, Neues und Unbekanntes auszuprobieren wirkt sich dies in jedem Fall positiv auf den weiteren Lebenslauf aus.

Da der Hof die strukturellen Voraussetzungen bietet, dass Jung und Alt mit ihren individuellen Voraussetzungen von Natur aus ein Erfahrungsfeld angeboten erhalten ist es mir ein Anliegen dies begleitet und professionell anzubieten.